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Die Christenverfolgung im Mittleren Osten

Heutzutage ist die Verfolgung der Christen schlimmer als jemals zuvor titelte die Organisation Aid to the Church in Need vor einigen Wochen. Eine besonders tragische Rolle in dieser Entwicklung spielt der Irak, der sich in den letzten Jahren immer mehr zum ground zero der Christenverfolgung und Hauptbühne für die Vernichtung des christlichen Erbes in der arabischen Welt gemausert hat.

Zerstörte Kirche: November 8, 2016 in Qaraqosh, Iraq.

Vor einigen Wochen trugen christliche Kleriker aus dem Irak schwarze Symbole als Trauerbekundung für die letzten Opfer der anti-christlichen Gewalt – einen junger Arbeiter mit seiner dreiköpfigen Familie.
Wir tragen dieses Zeichen als Trauersymbol dafür, dass es keinen Platz für Christen im Irak gibt, sagt Vater Biyo Qasha, Abgesandter der Kirche Maryos in Baghadad. Wir werden als Lämmer gesehen, die jederzeit getötet werden dürfen.

Wie ernst die Gefahr ist, zeigt die Entdeckung eines Massengrabes vor wenigen Tagen. Mehr als 40 Leichen von Christen aus dem Großraum Mossul wurden dort entdeckt, bestialisch ermordet von Mitgliedern des Islamischen Staates, der bis vor Kurzem noch sein Unwesen trieb. Männer, Frauen und Kinder – viele hielten noch ihre Kreuze in den Händen.
Keine einzige Zeitung in der westlichen Welt machte sich die Mühe und berichtete von diesem Massenmord.

Während die Mainstream-Medien und Politiker in Lethargie verharrten, richtete der französische Chef-Rabbi Haim Korsia einen dringenden Appell an den Westen. Er forderte dazu auf, Nichtmuslime im Mittleren Osten zu schützen. Leider fanden seine Worte kaum Gehör.

In einem erst kürzlich veröffentlichten Bericht mahnte die Irakische Gesellschaft für Menschenrechtean, dass sich Minderheiten wie Christen, Yesiden und Shabaks inmitten eines langsamen Genozids befänden. Diese antiken Glaubensgemeinschaften seien vom Aussterben bedroht.

Laut dem Bericht seien schon über 80 % der Christen aus dem Irak verschwunden. In der uralten Gemeinschaft der Gläubigen an St. Johannes den Täufer seien es sogar über 90 %.
Diese Entwicklung wird von einer weiteren Menschenrechtsorganisation, Hammurabi, bestätigt. So sollen nach deren Angaben vor einigen Jahren noch 600.000 Christen allein im Großraum Bagdad gelebt haben – nun seien es nur noch 150.000.

Wenn man andere Glaubensgemeinschaften betrachtet sieht es zwar ein wenig besser aus, dennoch sind auch hier die Zahlen dramatisch. Über 18 % der Jesiden haben das Land verlassen oder wurden in den letzten Jahren getötet.

Die obigen Zahlen mögen der Grund dafür sein, dass Charles de Meyer, Präsident der Menschenrechtsorganisation SOS Chrétiens dOrient vom Aussterben der Christen gesprochen hat.

Aber nicht nur die Christen, sondern auch deren Erbe verschwindet aus dem Mittleren Osten. Islamisten haben in den letzten Jahren viele antike Kirchen und christliche Gebäude zerstört und auch die obersten Heiligtümer der Christen in Irak wurden in Mitleidenschaft gezogen.

Offensichtlich geht es nicht nur darum die Christen zu vertreiben, nein, es soll auch deren Kultur und Erbe ausgelöscht werden. Und was machen die Kirchen und Politiker in Europa? – nichts.
Islamkritiker werden bekämpft bis aufs Blut, wenn es aber darum geht wirklich zu helfen. Dann hört man nur donnerndes Schweigen.

One Comment

  1. Helmut Appel Helmut Appel April 21, 2018

    und immer noch stellt sich der Westen auf die Seite islamistischer radikaler Gruppierungen ,sieheSyrien,
    Wann begreifen die Amerikaner, was sie mit ihrer Lügenpolitik und ihren Menschenrechtsverlezungen im Irak angerichtet haben?
    Warum nimmt niemand Einfluß auf die derzeitigige Regierung im Irak , um das Morden zu beenden?
    Geht es wirklich nur um Öl und Gas?

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